Hier erhalten Sie eine Zusammenfassung der Geschichte des Klosters in Cismar. Eine Literaturangabe zu einem vertiefenden Studium der Geschichte finden Sie am Ende dieser Seite.

  • 1177: Gründung  des Jonannisklosters (Bendiktinerabtei) in der Hansestadt Lübeck. Mönche und Nonnen leben hier in räumlicher Nähe. Arnold wird erster Abt des Klosters, vermutlich bis 1213 oder 1214.
  • 1231: Verbannung  der Mönche des Johannisklosters durch den Erzbischof in Bremen in die Einöde von Cismar, damals Cicimeresthorp.
  • 1238: Baubeginn des Klosters – Kirche und Konvent.
  • 1246: Vollständige Übersiedelung der Mönche von Lübeck nach Cismar.
  • 1249: Die bis heute erhaltene Johannisquelle im zweischiffigen Gewölbekeller des im Süden der Klosteranlage liegenden Nebengebäudes, in dem sich auch das Refektorium befindet, wird für heilig erklärt.
  • 1256: Der Konvent erhält verlorengegangene Rechte zurück, der Bau des Klosters wird vorangetrieben.
  • Um 1260: Fertigstellung der Klosterkirche.
  • 1310 / 1320: In einer Lübecker Werkstatt wird für den Chor der Kirche ein Reliquienschreinaltar hergestellt – der älteste geschnitzte Flügelaltarschrein, den die Kunstgeschichte kennt.
    Zu Wohlstand kommt das Kloster Cismar insbesondere durch die Verehrung der im Flügelaltar aufbewahrten Reliquien. Scharen von Pilgern ziehen zum Kloster Cismar.
    Der Chor der Klosterkirche bleibt bis heute weitgehend original erhalten.
  • 1325: 25 Dörfer und 7 Mühlen gehören zum Besitz des Klosters. Ein dem Kloster vorgelagerter Hafen stellt eine Verbindung zur Ostsee her.
  • Um 1330: Fertigstellung der Anlage. Der Konvent umfasst selten mehr als 20 Mitglieder.
  • 1544: Als Folge der Reformation bleiben die Pilger aus. Der Landbesitz des Klosters wird verstaatlicht.
  • 1542 bis 1560: Augustin ist der letzte von 33 Äbten des Klosters.
  • 1561: Aufhebung der Abtei. Es bleibt die Kirche St. Maria und St. Johannis erhalten, einer der bedeutendsten gotischen Kirchenbauten Schleswig-Holsteins außerhalb Lübecks. Die Bibliothek des Klosters gelangt in das landesherrliche Schloss Gottorf und von dort nach Kopenhagen.
    Das Kloster wird Gutshof, der Chor dient dem jeweiligen Gutsherren als Privatkapelle.
    Johannes Stricker wird erster evangelischer Pastor in Cismar.
  • 1767 / 1768: Im Laienschiff der Klosterkirche wird eine Decke eingezogen und als Wohnsitz des Amtmanns in Rokokoausstattung umgebaut.
  • 1835: Das westliche der drei Gebäude für den Konvent wird abgerissen. Von den verbleibenden sind heute nur noch einstöckige Gebäude vorhanden. Ansätze des ehemaligen Kreuzgangs rings um den Innenhof sind heute im Mauerwerk sichtbar.
  • 1865 – 1921: In den Klostergebäuden ist das Landratsamt des Kreises Oldenburg in Holstein untergebracht.
  • 1921 – 1934: In den Räumen des Klosters befindet sich ein Jugenderholungsheim.
  • 1934 – 1945: Beherbergung des Arbeitsdienstes und eines Marine-Depots.
  • bis 1970: Jugendheim und zeitweise Außenstelle des „Freiherr vom Stein Gymnasium“ in Oldenburg.
  • 1976: Gründung des „Förderkreis Kloster Cismar e.V.“.
  • 1980: Erstes „Klosterfest“ des „Förderkreis Kloster Cismar e.V.“.
  • 1982 – 1987: Umfangreiche Sanierung der Klosteranlage.
  • Seit 1987: Während der Sommermonate wechselnde Sonderausstellungen in den Räumen der ehemaligen Amtmannwohnung und im Gewölbesaal.
    Die Nebengebäude beherbergen Landesstipendiaten aller künstlerischen Gattungen.
  • 1999: Übergang des Klosters zur Stiftung „Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf“.

Literaturempfehlung:
Grabowsky, Anna-Therese: Das Kloster Cismar, Karl Wachholtz Verlag Neumünster, 1982.